Marskanäle, Produkte der Vorstellungskraft
Marskanäle sind für mich ein starkes Symbol dafür, wie sich Menschen seit jeher vom Geheimnisvollen,
Unerforschten inspirieren lassen und die Leere dann mit Produkten ihrer Vorstellungskraft beleben.
Meine Arbeiten als Designer fließen meist direkt in die Unternehmenskommunikation meiner Kunden ein.
Doch ab und zu gestalte ich auch greifbare, käufliche Produkte, wie zum Beispiel DIADOCH.
Darin steckt dann meist eine Menge Herzblut und Phantasie.
Ein eigener Vertriebskanal für meine (Phantasie-)Produkte, das musste daher einfach zum Marskanal werden...

Wie die Marskanäle entstanden
Skizze Marskanäle
Eine Originalskizze von Percival Lowell
Lange Jahrhunderte war über den Mars nicht viel mehr gewiss, als dass er ein rot leuchtender Punkt am Firmament war.
Als "Wandelstern" hatte er wie andere Planeten die Ehre, in vielen Zivilisationen mit einer Gottheit in Verbindung gebracht zu werden. Vielleicht war es die Farbe, die in unserer Traditionslinie seit den alten Babyloniern den roten Planeten die Rolle eines Kriegsgottes zuwies.

Erstmals konnte im 19. Jahrhundert der italienische Astronom Giovanni Schiaparelli mehr Details auf der Marsoberfläche ausmachen. Linienartige Strukturen, die er "Canali" (ital. für Rinnen") nannte. Diese Meldungen wurden zur Sensation, indem das Ausland sie wörtlich mit "Kanäle" übersetzte, also als gigantische Bauwerke einer fremden Zivilisation. Insbesondere der amerikanische Astronom Percival Lowell verliebte sich regelrecht in diese Vorstellung und machte sie populär. Zudem entdeckte man jahreszeitliche Verfärbungen der Marsoberfläche, die man mit Vegetationsgürteln gleichsetzte und mit dem Lauf der Kanäle in Verbindung zu bringen versuchte.

Eine weit verbreitete Annahme ging davon aus, dass die Planeten des Sonnensystems altersmässig von innen nach außen gestaffelt seien. Die näher an der Sonne gelegene Venus galt demnach als "junger Planet", also in der Entwicklung Millionen Jahre hinter der Erde zurück. Unter ihrer undurchsichtigen Wolkendecke wähnte man eine Urwaldhölle voller Urzeitkreaturen, z.B. Dinosauriern und Riesenlibellen. Im Mars dachte man sich dagegen die ferne Zukunft der Erde. Ein sterbender Planet, dessen natürliche Resourcen weitgehend erschöpft sind. Eine alte, technisch weit überlegene Zivilisation stemmt sich mit aller Macht gegen den Untergang und leitet Wasser in einem planetenumspannenden Kanalsystem Wasser von den bereits bekannten Mars-Polkappen ind die fruchtbareren Regionen des Äquators.

Mit zunehmend besseren Teleskopen lösten sich die Marskanäle in diffuse Strukturen auf und Mitte des 20. Jahrhunderts war es wissenschaftlicher Mainstream, eines Tages zwar keine Zivilisation, wohl aber eine interessante Pflanzenwelt auf dem Mars vorzufinden.

Wie groß war die Enttäuschung, als 1965 die Raumsonde Mariner 4 die ersten "Nahaufnahmen" vom Mars sendete: Keine Kanäle, keine Vegetation, nur eine (auf den ersten Blick) langweilige Mondkraterlandschaft war da zu erkennen. Im Nachhinein waren die meisten Kanäle schnell als Fehlinterpretationen entlarvt, die wandernden Vegetationszonen entpuppten sich als planetenumpannende Staubstürme. Einige der vermeintlichen Kanäle gab es aber tatsächlich, so das gigantische Vallis Marineris, den "Grand Canyon" des Mars.

Das berühmte Marsgesicht, eine
Bergformation in der Cydonia-Region

Doch mit dem neuen Wissen kamen bald auch neue Legenden. So meinte man auf Fotos des Viking-Orbiters Reste einer untergegangenen Zivilisation zu erkennen: Ein Feld voller riesiger Pyramiden und – als Krönung – ein gigantisches, ins All starrendes "Marsgesicht".

Je gründlicher dieser Planet erforscht wird, desto interessanter wird der wirkliche Mars. So ist inzwischen erwiesen, dass ein Großteil der nördlichen Hemisphäre einst mit einem Ozean bedeckt war. dass in vielen Canyons sich rauschende Wassermassen ergossen. Dass sich in Verbindung mit dem "Frostschutzmittel" Perchlorat auch heute noch zeitweilig flüssiges Wasser auf dem Mars bildet.

Wenn es in den "nassen" Epochen Leben gab, lassen sich vielleicht eines Tages Fossilien finden. Und wer weiß, vielleicht hat sich in den geschützen Höhlen des Mars noch bis heute Leben erhalten?









































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